Wie wenig sinnvoll ich bin

Wie wenig sinnvoll ich bin.
Ich erhebe meine Stimme
Und hinterlasse nichts
Als den kleinsten Ton in der Luft.

Mein Gesicht zeitlich gezeichnet.
Schatten und Furchen und ein Wirbel
Aus Staub und Dreck und einer Dosis Erkenntnis.
Regenschauer putzen es weg
Wie eine Reinigungskraft auf Teilzeitbasis.

Ich ziehe vorüber
Ohne Anhaltspunkt.
Die Linden am Wegesrand
Salutieren mir zu.
Doch in Windeseile
Entfalle ich ihnen.

Ich schleiche vorbei
Und hinterlasse vielleicht,
Den Blick meiner Augen tränenerfüllt
Oder ein süffisantes Lächeln.
Vielleicht den Gruß des Grüns
Auf einem Stück Papier.

Und im Flanieren
Ganz unbewusst,
Zünde ich die ein
Oder andere Kerze an
Auf dem Seitenstreifen
Meines Herzens.

* Neuinterpretation des Gedichts „Wie wenig nütze ich bin“, Hilde Domin

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