„Was ich mag“?!

Immer wieder werd ich gefragt,
Was ich eigentlich mag.
Fängt bei gewissen Portalen an,
Wo ich ein Profil anlegen kann.

Oberflächlich schreibt man
Sachen wie „Sonnenuntergänge,
Sport, Natur, Tiere
Oder Strände.

Alles andere wär Geschwafel.
Bloß nicht zuviel des Guten.
Es verhält sich ebenso
Im Großstadtdschungel.

Nicht zuviel aber nicht zuwenig.
Wär ja langweilig und spiessig.
Also lieber Gleichgewicht.
Und sich selbst vergessend.

Im Grunde genommen verblendet.
Sein „Ich“ unangewendet.
Instinktiv dieser Automatismus.
Kuchenstücke mit Optimismus.

Natürlich von der Schokoladenseite.
Die krümelig und unansehnliche
Spart man sich für später auf.
Die zerdepperte beiseite.

Für sich selbst oder die
Eine Partnerschaft haben.
Bestenfalls wird die zerdepperte,
Das unansehnliche von denen getragen.

Gechmückt mit Zuckerherzen
Bei Kerzenschein
Schenkst Du sie Deiner Liebsten.
Nur Du und sie allein.

Mit ein bisschen Romantik
Und ein bisschen Glück
Schmeckt das krümelige
Trockene Kuchenstück.

Doch am Ende von diesem Tag
Was gibt es eigentlich
Das ich abseits vom Trubel
Wirklich mag?

Versuch das Grau in meinem Blick
Das lange Schlieren zieht
Kurz abzulegen um zu erinnern
Was ist meine Glück Rhetorik.

Prinzipiell ist es doch so;
Wie oft ist man glücklich
Und es wurde vergessen.
So trügerisch Dein Ego.

Weil man Momente
Nicht mehr einsaugen kann.
Taub und abgestumpft ist?
Neben sich steht und alles vergisst.

Deshalb eine Erinnerung daran,
Wie oft sich die Tage doch lohnen.
Weil in ihnen etwas gewesen ist.
Geschrieben mit einer Prise Lyrik.

Sowie einer
Messerspitze Ironie
Und der erforderlichen
Portion Weitblick.

Was ich also wirklich mag,
Ist einen Weg gehen,
Den man nicht kennt.
Mit den Füßen sehen und den Augen
Fremde Silhouetten
Und Oberflächen abtasten.
Dabei den Blick hängen lassen
An fremden Fassaden.
Durch das Herz tief einatmen
Und den ganzen Tag einwirken lassen.

Oder Musik auf die Ohren drücken.
Einen Song hören,
Der die Welt nicht erklärt.
Sondern ihr Form gibt
Und eine ungefähre
Ahnung hinterlässt.
Die drei Strophen lang hält.
Die Lippen gedanklich laut mitbewegen
Und mit den Wirbeln wippen.
Der Tag zum Refrain.

Mein Mädchen küssen.
Dabei ein ganzes Universum
Mit der Zungenspitze schieben.
Vergessen wer sich um wen drehen müsste.
Bis zum Mittelpunkt der Atlanktikküste.
Dann mit den Fingern
Die Wangenknochen
Zum schwingen bringen.
Den Staub spüren, der man ist
Und sich aufwirbeln.

Sehen wie mein Mädchen
Bunte Blumen pflückt
Oder im Sand ihre Spuren.
In ihr Dekolletè fallen
Und kleine Spuren auf dem Hals hinterlassen.
Fühlen, wie das eigene Herz
Tausend mal schlägt.
Und verstehen,
Dss zwei Kammern völlig reichen.
Eine für sie – eine für mich.

Sie anschauen,
Wenn sie in der Tür steht.
Ihr Blinzeln kleine Sterne
Durch den Türrahmen wirft
Wie an Silvester.
Mit den Händen nach ihnen greifen
Und sie unter die Haut schieben.
Dabei sich denken,
Dass es sich so anfühlen muss,
Wenn Blicke ineinander passen.

Sehen, wie sich die Dinge bewegen.
Gerade wenn die eigenen Arme
Und Beine schweigen.
Erkennen, dass man der Welt
Nichts bedeutet.
Und die große Freiheit daran riechen.
Dabei mit Leuchtturmblick
In die dunklen Ecken der Gesichter leuchten.
Und einen sehen,
Der einem selbst ähnelt.

Wolken anschauen, die sich
Um die Antenne
Des Fernsehturms aufreißen.
Sich am Fenster
Den Hals verrenken
Um die Spitze sehen zu können.
Dabei sich vorstellen,
Dass man gesehen wird von oben
Und heimlich ein wenig
In den Himmel winken.

Ihren Bauch ansehen
Und sich vorstellen,
Wie schön es wäre,
Wenn darin
Die körperliche Liebe
Zweier Wahnsinniger,
Langsam Gestalt annimmt.
Durch die Bauchdecke
Hindurch
Grüße senden.

Eine Karte haben
Für die Lieblingsband.
Zwischen hunderten schlagender Herzen
Sein eigenes Wort nicht verstehen.
Und gemeinsam mit den Händen
Eine Lawine losklatschen,
Wenn das Licht von der Decke fällt.
Dabei den Hautnachbarn
Auf die Münder schauen
Und den Text mitlesen.

Wenn es regnet
Und die Blätter am Wegrand
Voller wartender Wasser sind.
Sie mit der Hand erntet und
Den schwitzenden Nacken damit schmiert.
Dabei merken,
Wie viel Glut im Körper ist
Und wie gut es tut,
Wenn etwas von außen kommt
Und Eis ins Feuer wirft.

Einen Ungesehenen
Treffen,
Der die Lippen
Still halten
Und die Ohren
Bewegen kann.
Der Fragen ins Herz stellt
Und auf Antworten
Auch stundenlang
Warten kann.

Gemeinsam
Zwerchfelle
Bewegen.
Dabei merken,
Dass alle
Aus derselben
Richtung kommen
Und einander
Ewiges
Ziel sind.

Daran denken, dass man in einer
Schönen Stadt wohnt
Mit der man sich identifiziert.
Sich vorstellen,
Wie man im Gewitterregen
Durch die Straßen tanzt
Mit kleinen Küssen, großer Albernheit.
Nicht mal im Ansatz verstehen,
Was die Welt bedeutet.
Aber sie fühlen können.

An Zufälle glauben,
Wenn sie um die Straßenecken nachlaufen.
Oder an das Schicksal
Das Dir an die Stirn klatscht
Und mit offenen Mündern
Auf die Schultern klopft.
Dabei an die Wahrscheinlichkeit denken
Und sich freuen,
Der Unendlichkeit
Entkommen zu sein.

Sich vorstellen,
Wie man in knisternden
Dokumentationen
In hundert Jahren durchs Bild läuft
Und von der Zukunft
Schief angesehen wird.
Dabei einen alten Hut tragen
Und auf keinen Fall so wirken,
Als hätte man nicht gewusst wohin
Mit der ganzen Lebenszeit.

Diesen Text
Beenden
Mit der Erkenntnis,
Es längst
Nicht zu müssen.
Dabei sich
Das Schlusswort sparen
Und einfach das Leben
Für sich sprechen lassen.
In diesem Sinne.

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