Anfang und Ende

Unsere Begegnung war eher „casual“. Gleiche Freundin, Deine Hood, selbe Party. Im Gespräch erwähntest Du, dass Du genau dort geboren bist wo ich zufällig grade lebte. Lustig fand ich das.
Und irgendwie auch n bisschen schräg.
Ich sah Dir beim essen Deines riesengroßen Baguettes zu. Du konntest es kaum halten. Alles verteilte sich über Deine Mundwinkel. Diese schönen verschmierten Mundwinkel. Die würd ich gern mal küssen, dachte ich.
Du hattest was trauriges an Dir.
Irgendwie verloren.

Am Tag, am Abend und in der Nacht sah ich Dich pausenlos an. Ich konnte meinen Blick nicht von Dir abwenden.
Es „begann“ dort in diesem Club.
Du fragtest mich ob ich was trinken wolle und ich antwortete schelmisch, was man eigentlich tun müsse um hier mal jemandem abzuschleppen. Sehr cool. Fands Du auch. Nicht.
Nach dem Drink tanzten wir. Deine Hände flogen in die Luft und bewegten sich unrhythmisch der Musik entgegen. Dein Tanz ähnelte dem Regentanz. Doch irgendwie regnete es nicht und ich fand Dich irgendwo süß. Warst nervös. Das sah man Dir an. Spätestens als Du aus Versehen eine Zigarette an der Tankstelle weg schnippen wolltest – obwohl Du ja eigentlich nicht rauchst – und ich mir vorstellte wie wir gleich in „Alarm für Cobra-11-Manier“ unseren ersten gemeinsamen Stunt durchziehen, tja…spätestens da, hätte ich ahnen können, dass uns irgendwie das Schicksal an den Kragen packt. Ich spürte diese Verbindung zwischen uns – wie in diesem Lenny Kravitz Song. Es war vielleicht diese eine elektrisierende Umarmung zum Abschied oder Deine scheue Art. Vielleicht lag es aber auch am Bier. Ich weiß es nicht mehr.
Nun sitzt Du wieder an der Theke. Im selben Club.
Dein Kopf ist schwer. Dein Herz auch. Schaust mir dabei zu wie ich tanze und beobachtest mich verlegen aus der Ferne. Denkst, dass ich gut tanze. Und irgendwie bin ich schön. Doch Du fühlst Dich komisch. Unbeholfen. Willst eigentlich nur weg. Bemerke Deine Anwesenheit – Du bist irgendwo hier im selben Raum. Spüre wie Deine Augen meinen Körper umwickeln. Doch Menschen zwischen uns. Aber meine Augen können Dich finden. Dort. Sitzend an der Theke, ertappe ich Dich – mich anschauend. Doch Du drehst Dich um. Als wären wir zwei Fremde.
Beobachte Dich aus dem Augenwinkel und mein an Dich gerichtetes Lächeln während Du krampfhaft versuchst Dein Versteck zu wahren.
An Deinem Cocktailglas klammernd errötest Du. Und irgendwie bist Du dabei schön. Schön aber peinlich und irgendwie werde ich wütend.
Doch Du hast was trauriges an Dir.
Irgendwie verloren.
Damals – so wie heute.
Dann wird mir plötzlich klar, es war diese Traurigkeit, die ich fesselnd fand. Keiner kann so traurig sein wie Du. Wehmut erfüllt den Raum.
Dort…in diesem Club.
Wo alles begann.
Und alles endete.

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